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E-Scooter bald auch in Ihrer Stadt?
2019-08-25 17:24:00
von Redaktion
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Was Sie über die neue Art der Fortbewegung wissen sollten.

Auch in Deutschland finden sich in immer mehr größeren Städten E-Scooter wider, welche mithilfe der passenden Smartphone-App gemietet werden können.

Die Gefährte, welche sich zunächst in einer rechtlichen Grauzone befunden haben, sind seit dem 15.06.2019 in straßenverkehrsrechtlichen Gesetzen und Verordnungen explizit aufgenommen.

Bei den E-Scootern handelt es sich laut dem Gesetzgeber um Elektrokleinstfahrzeuge, welche nunmehr sogar eine eigene Verordnung besitzen (Elektrokleinsfahrzeuge-Verordnung = eKFV).

Von der neuen Verordnung umfasst sind alle E-Scooter, egal ob mit oder ohne Sitz. Grundsätzlich sind gemäß der § 9 eKFV die Vorschriften der StVO anwendbar, wobei jedoch diverse Besonderheiten zu beachten sind:

  • So liegt beispielsweise die zulässige Höchstgeschwindigkeit bei 20 km/h, solange der E-Scooter vom Fahrer durchgängig sicher beherrscht wird.

  • Außerdem ist geregelt, wo man mit dem Fahrzeug im Straßenverkehr teilnehmen darf.

    Mit ihnen darf man zunächst überall dort fahren, wo auch Fahrräder erlaubt sind.

So dürfen E-Scooter auf Radwegen und gemischten Geh- und Radwegen gefahren werden.

Sofern gar kein Radweg vorhanden ist, darf das Fahrzeug ausnahmsweise auf der Straße gefahren werden.

Es ist dabei stets zu beachten, dass der Fahrer eines E-Scooters sowohl auf die Fußgänger, als auch auf die Radfahrer Rücksicht nehmen muss und seine Geschwindigkeit dementsprechend anpassen muss. Diesbezüglich gilt auch, dass schnellerem Radverkehr ermöglicht werden muss, den Fahrer eines E-Scooters ohne Behinderungen überholen zu können.

Den Fahrern von E-Scootern, welche mindestens 14 Jahre alt sein müssen, sollten mögliche Bußgelder oder andere Sanktionen bei Regelverstößen bewusst sein.
So ist es beispielsweise nicht erlaubt, mit mehreren Personen auf einem Gefährt unterwegs zu sein. Auch ist das freihändige Fahren oder der Fahrtrichtungswechsel, ohne diesen vorher per Handzeichen anzuzeigen, nicht erlaubt und kann mit Bußgeldern sanktioniert werden.

E-Scooter stellen für viele Menschen, gerade in Großstätten, eine willkommene Alternative für die Taxifahrt nach einer durchzechten Nacht dar.
Eine Fahrt unter dem Einfluss von Alkohol oder anderen Drogen kann jedoch zwangsläufig zum Verlust des Führerscheins führen, da für den Fahrer eines E- Scooters dieselben Grenzwerte, wie für Autofahrer gelten.

Ab 0,5 Promille besteht demnach die Möglichkeit, dass Bußgelder, Punkte, Fahrverbote oder sogar der Verlust des Führerscheins auf den berauschten Fahrer zukommen. Selbiges gilt bei 0,3 Promille und Ausfallerscheinungen.

Eine unüberlegte Fahrt nach dem nächsten Kneipenbesuch könnte also zu einem bösen Erwachen, möglicherweise ohne Führerschein, führen.

Sofern sich jedoch an die in diesem Artikel zusammengefassten Regeln halten, steht Ihrer Fahrt mit dem E-Scooter nichts entgegen.

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