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Verkehrsrecht Auslandsunfall

Unfall im Ausland oder

Unfall in Deutschland mit ausländischem Fahrzeug

 

 

Fallvarianten

Bei einem Unfall mit Beteiligung eines ausländischen Fahrzeugführers ist zu unterscheiden zwischen folgenden Fallvarianten:

  • Ausländischer Fahrzeugführer verursacht einen Unfall in Deutschland
  • Unfall im Ausland mit ausländischem Fahrzeugführer
Paris Eiffelturm
Zuständigkeiten

Verursacht ein Ausländer einen Unfall in Deutschland, müssen Informationen über das Deutsche Büro Grüne Karte e.V. abgefragt werden. Die weitere Korrespondenz erfolgt in Deutschland mit einem Unfallschadensabwickler, der von dem Deutschen Büro Grüne Karte e.V. benannt wird und der die Korrespondenz mit der ausländischen Versicherung führt.

Bei einem Unfall im Ausland mit ausländischem Fahrzeugführer ist der Zentralruf der Autoversicherer zuständig.

Insgesamt bleibt jedoch festzustellen, dass mit einer längeren Abwicklungsdauer bei einem Unfall im Ausland oder mit ausländischer Beteiligung im Inland zu rechnen ist. Immer gilt jedoch das Recht des Landes, in dem der Unfall passiert ist. Das führt zu einer unterschiedlichen Schadensabwicklung bei den Sachverständigenkosten, der Kostenpauschale, der Nutzungsausfallentschädigung, den Mietwagenkosten und der Wertminderung.

Lassen Sie sich bei einem Verkehrsunfall im Ausland mit einem ausländischem Fahrzeugführer oder bei einem Unfall in Deutschland mit ausländischer Beteiligung hier beraten.

 

Europäische Besonderheiten
  • Die Regulierung erfolgt über die Kraftfahrzeughaftpflicht-Richtlinien der EU für Auslandsunfälle.
  • Die Regulierung erfolgt nach dem Recht des Unfalllandes.
  • Nach neuer Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs ist der Gerichtsstand gegen ausländische Kraftfahrzeugversicherungen der Inlandswohnsitz des Geschädigten.
  • Die aussergerichtliche Schadensabwicklung erfolgt über Regulierungsbeauftragte ausländischer Kraftfahrzeugversicherer in Deutschland.
  • Vergleichbare Abwicklungen von Unfällen erfolgt z.B. der Schweiz und anderen Staaten des europäischen Wirtschaftsraums.

 

Regulierung nach KH-Richtlinie der EU

Nach einem Unfall im Ausland mit einem Fahrzeug aus einem anderen EU-Mitgliedstaat hat der Geschädigte die Möglichkeit seine Schadensersatzansprüche entweder direkt bei der Versicherung im Ausland geltend zu machen oder über einen Regulierungsbeauftragten in Deutschland, der von dem Zentralruf der Autoversicherer in Hamburg benannt wird.

Die ausländische Versicherung bzw. ihr Regulierungsbeauftragter in Deutschland muss den Schadensfall spätestens binnen drei Monaten, seit Anmeldung des Schadens, bearbeiten.

Bei Verzögerungen oder nicht fristgerechter Bearbeitung kann die Entschädigungsstelle ( Verkehrsopferhilfe e.V. ) angerufen werden.

Erst nach Ablauf dieser Frist ist jedoch am Wohnsitz des Geschädigten die Klage zulässig.

Ist das Regulierungsverfahren nach den KH-Richtlinien nicht anwendbar, sind die Schadensersatzansprüche direkt gegenüber der Kraftfahrzeugversicherung im Ausland geltend zu machen.

Länder mit Regulierungsabkommen
  • Belgien
  • Dänemark
  • Finnland
  • Frankreich
  • Groß-Britannien
  • Luxemburg
  • Niederlande
  • Norwegen
  • Österreich
  • Polen
  • Portugal
  • Schweden
  • Schweiz
  • Slowakei
  • Slovenien
  • Spanien
  • Tschechien
  • Ungarn

Die Höhe der geltend zu machenden Ansprüche richtet sich nach dem Recht des jeweiligen Landes in dem der Unfall passiert ist.

BItte beachten Sie auch die Hinweise unter "Aktuelles".

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